Veranstaltung
Jazz ohne Stress Vol. 22
09.01.2027
19:00 Uhr
Zum Jahreseinstieg 2027
präsentiert Kulturlant zwei wunderbare Besetzungen. Als Mini-Festival mit zwei
Konzerthälften etabliert, lebt der Abend von der Klangvielfalt der Musik.
Im ersten Set spielt Amaré. Das
neue Trio definiert die Schnittstelle zwischen brasilianischer Musik,
kammermusikalischer Klangsprache und zeitgenössischem Jazz auf besondere Weise.
AMARÉ – das Debütalbum von Céline Rudolph, Henrique Gomide und João Luís
Nogueira – entwirft eine kühne und poetische Vision davon, wie brasilianischer
Jazz im Jahr 2025 klingen kann: intim, intuitiv und unaufhörlich im
Fluss.Stimme, Klavier und akustische Gitarre – drei melodieführende
Instrumente, kein Schlagzeug.„Dieses Setting bietet uns ein enormes Raumgefühl
– klanglich, rhythmisch und sogar strukturell“, sagt Rudolph. „Es ist eine
faszinierende Besetzung, vor allem, weil sie sich frisch anfühlt – fast
unerforscht.“ Die Abwesenheit von Schlagzeug oder Percussion verlangt intensive
Aufmerksamkeit füreinander. „Das zwingt uns, auf höchstem Niveau zuzuhören und
Groove mit größter Subtilität zu erschaffen“, ergänzt Gomide. „Und es lässt uns
die Rollen von Gitarre und Klavier neu denken.“ Brasilien ist der gemeinsame
Puls des Trios – rhythmisch, melodisch, spirituell. Doch AMARÉ ist weder
nostalgischer Rückgriff noch bloßes Stil-Experiment.
Gomide spielt mit dem
kristallinen Anschlag eines klassisch ausgebildeten Pianisten, der in den
Vokabularen von Hermeto Pascoal und Egberto Gismonti zu Hause ist. Nogueiras
Gitarre verbindet Bodenhaftung mit Leichtigkeit und spannt Linien zwischen
Baden Powell und Ralph Towner. Und Rudolphs Stimme – zwischen Lyrik und
Improvisation, Intimität und Offenheit – erinnert daran, warum TSF Jazz France
sie eine „Perle des europäischen Vocal Jazz“ nennt. Als
mehrfache ECHO-Jazz-Preisträgerin wurde Céline Rudolph 2024 mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet – ein weiterer Meilenstein ihrer internationalen Karriere. Ihr Weg führte sie von Berlin über Paris und São Paulo bis nach New York.
Das zweite Set des Abends
präsentiert eine hochkarätige Besetzung aus dem Ruhrgebiet. Als BRO feat.
Johannes Still / Philipp Humburg bringt der Schlagzeuger Dominic Brosowski
herausragende Musiker zusammen – ein Orgel-Trio aus Essen, das Spielfreude lebt.
Druckvoller Groove-Jazz trifft auf energiegeladene Improvisationskunst.
Schlagzeug, Gitarre und Orgel bilden das Herz der Band – mal lässig und
entspannt, mal verspielt und überraschend, dann wieder mit rockigen Einflüssen
kraftvoll nach vorne treibend. Die Musik bewegt sich zwischen warmen
Hammond-Flächen, markanten Gitarrenlinien und einem pulsierenden Schlagzeug,
das den Sound dynamisch trägt. Die drei Musiker sind nicht nur ein
eingespieltes Ensemble, sondern auch enge Freunde: Sie kennen sich seit vielen
Jahren und haben gemeinsam an der Folkwang Universität der Künste studiert.
Diese Vertrautheit hört man in jeder Note – in spontanen Interaktionen, mutigen
Wendungen und ausgedehnten jazzigen Improvisationen.
Als besonderes Highlight hat das Trio den Grafschafter Saxophonisten Jonas Röser – zugleich Initiator der Konzertreihe Jazz ohne Stress – eingeladen. Er verleiht dem Trio zusätzliche Klangfarben und solistische Energie. Gemeinsam entsteht ein lebendiger, unmittelbarer Bandsound: groovend, dynamisch und direkt.
Abendkasse 25 Euro
